Produktionskosten – erfolgreiches Kostensenken

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Seit ein paar Jahrzehnten experimentieren die meisten Unternehmen weltweit mit Methoden zur Senkung der Produktionskosten. Als wesentlicher Kostenfaktor werden sie ständig weiter gedrückt. Sind dabei Billiglöhne, Fabrikverlagerungen nach Fernost und Preisedrücken bei Lieferanten die besten Lösungen?

Was versteht man unter Produktionskosten?

Produktionskosten bezeichnen die Summe der Kosten, die bei der betrieblichen Leistungserstellung entstehen. Dabei kommt eine Menge zusammen. Selbstverständlich gehören Rohwaren und Betriebsmittel wie Öl oder Strom dazu. Aber auch die Personalkosten, die Wartung und Abschreibungskosten für Maschinen liegen im Gewicht. Bei manchen Kostenkomponenten scheiden sich die Geister: Gehört der Produktionschef zu den Kosten der Unternehmensleitung oder zu den Produktionskosten? Darüber lässt sich diskutieren. Wichtiger ist jedoch, die eigene Kostenbasis zu kennen, zu analysieren und daraus Rückschlüsse ziehen zu können. Das ist in den meisten Betrieben Aufgabe des Controllings – und als Produktionsleiter sollte man besser jederzeit einen Ein- und Überblick über seine Herstellungskosten haben.

Wie sind die Produktionskosten in meinem Geschäft im Vergleich zu Mitbewerbern? Welche Kostenart ist für den Unterschied in den Fertigungskosten zwischen zwei vergleichbaren Standorten der gleichen Firma verantwortlich? Wie schneidet die Frühschicht gegenüber der Nachtschicht bei den Produktionskosten ab?

Produktionskosten sind in den meisten Unternehmen ein wesentlicher Bestandteil der betrieblichen Kostenstruktur und aus diesem Grund besonderem und ständigem Druck ausgesetzt. Möchte ein Geschäftsführer sparen oder seinen Gewinn erhöhen, wird er sich wohl zuerst an den Produktionsleiter wenden. Denn bei den berühmten Skaleneffekten und der erfolgversprechenden Auslagerung ins Ausland ist bestimmt noch was rauszuholen. Oder?

Wie setzen sich die Produktionskosten zusammen?

Die gesamten Produktionskosten bestehen im Wesentlichen aus Materialkosten, also die Kosten für Rohstoffe oder Halbfertigwaren, und die Fertigungskosten, d.h. Kosten, die durch die Ver- und Weiterbearbeitung der Rohstoffe zu Fertigwaren entstehen. Man unterscheidet darüber hinaus:

Materialeinzelkosten: Aufwand, der für die zuordenbare Rohstoffe oder Halbfertigwaren zu einem bestimmten Fertigprodukt, nötig ist. Das können zum Beispiel die einzelnen zu montierenden Teile eines Autos sein oder eine bestimmte Menge Holz zur Herstellung eines Fensters.

Materialgemeinkosten: Materialkosten, die bei der Herstellung einer Menge Fertigprodukte anfallen und die nicht auf einzelne zu spezifizieren sind. Das können das Schmierfett im Motorraum eines neuen Autos sein oder Garn bei der Kleiderproduktion. Gemeinkosten werden dann als durchschnittliche Produktionskosten auf die einzelnen Produkte angerechnet.

Fertigungseinzelkosten: Aufwand, der im eigentlichen Produktionsprozess anfällt, werden Fertigungseinzelkosten genannt. Sie gehen nicht in das Endprodukt ein, fallen aber bei jeder einzelnen Fertigware an. Dazu zählt zum Beispiel das Reinigungsmittel der Maschine, das bei der Reinigung nach der Herstellung eines einzigen Endproduktes anfällt oder die Einweghandschuhe, die nach der Behandlung eines Patienten in der Zahnarztpraxis entsorgt werden müssen.

Fertigungsgemeinkosten: Die Miete für die Fabrikhalle, in der auf verschiedenen Maschinen zahlreiche Produkte für das Unternehmen produziert werden, die Energie und die Gebäudereinigung gehören genauso zu den Fertigungsgemeinkosten wie die Wartung von Maschinen, die für die Fertigung verschiedener Produkte benötigt werden. Oft gehören auch Personalkosten zu den Fertigungsgemeinkosten, es sei denn, die Arbeitsstunden sind einem konkreten Fertigprodukt zuzuordnen – dies ist etwa beim Tischler der Fall, der eine gewisse Anzahl Stunden für das Bauen eines Möbelstückes aufwändet.

Welche Maßnahmen zur Kostensenkung gibt es?

Die Reduzierung von Produktionskosten ist seit einigen Jahrzehnten in so gut wie jedem Betrieb ein Thema – und das wird sie wohl auch noch eine Weile bleiben. Verschiedene Firmen verfolgen unterschiedliche Ansätze dabei, ihre hohen Produktionskosten zu senken. Diverse, auch deutsche, Unternehmen sind wegen Lohndumping in die Kritik geraten. Vor allem in der Logistik – für die die Zusammenstellung und Versendung von Waren den Produktionsprozess darstellt – sind für die Logistik zuständige Abteilungen als eigene Firmen ausgegliedert worden, um mit günstigeren Tarifverträgen ihren Mitarbeitern geringere Löhne zahlen zu müssen.

Andere Firmen drücken die Preise ihrer Lieferanten deutlich. Hier sind Discount-Supermärkte ein prominentes Beispiel, aber die Methode ist auch in anderen Produktions- und Handelsunternehmen weit verbreitet. Günstige Einkaufspreise wirken sich direkt auf die Materialeinzelkosten aus und sind deshalb ein gern gewähltes Mittel für schnelle Kosteneinsparungen. Das Ergebnis können dabei allerdings lange Lieferzeiten und die damit verbundene niedrigere Liefersicherheit sowie Qualitätseinbußen sein. Diese Konsequenzen können den Betrieb insgesamt teuer zu stehen kommen.

Eine Vielzahl an Unternehmen, die selbst produzieren, haben seit den 90iger Jahren ihre Produktion nach Fernost oder Osteuropa verlagert. Auch dies geschieht mit dem Ziel der Kostensenkung. Inzwischen ist vielerorts der Trend zum „Nearshoring“, also der Rückverlagerung der Fertigungsprozesse, zu beobachten. Schwierigkeiten in der Kommunikation und die Erfüllung des Qualitätsanspruchs machen vielen Firmen zu schaffen. Darüber hinaus gehen mit der Herstellung über Distanz umständlicher Transport und lange Lieferzeiten einher. Damit wird der Preis der Auslagerung für manche zu hoch.

Als nachhaltige Maßnahme zur Kostensenkung – ganz gleich ob die Produktion nah oder fern stattfindet – ist Prozessoptimierung anzusehen. Wer seine Prozesse im Griff hat und regelmäßig auf Verbesserungspotenzial überprüft, vermeidet die Verschwendung von Material und Ressourcen und findet bessere und schnellere Wege in der Produktion. Die Anzahl der Produktionsunternehmen, die auf Prozessoptimierung setzen, ist in letzter Zeit stark gestiegen. Bei einer umgreifenden Verbesserung, beispielsweise nach dem Vorbild der Lean Production, setzt man an der Quelle an, und bezieht alle Beteiligten mit ein. Hier steht der Wert der hergestellten Produkte und Dienstleistungen für den Kunden hoch im Kurs. Dabei kann sich zum Beispiel zeigen, dass „Produce to Market“ mit kurzen Lieferzeiten für die Kunden wichtiger ist als günstige Preise.

Mit der TUG Gastreich können auch Sie nachhaltig Ihre Produktionskosten senken. Weitere Informationen erhalten Sie unter (CTA Kontakt).

 

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